Mittwoch, 14. September 2016

Deutscher Vorentscheid 2017: Zurück zum Casting

 
Der deutsche Vorentscheid zum Eurovision Song Contest kehrt zurück zum Casting und damit zurück zum Erfolg? Das bleibt nun abzuwarten, doch der erneuerte Vorentscheid zum Song Contest klingt ganz vielversprechend.

Nach der deutschen Niederlage beim Eurovision Song Contest 2016 kehrt der NDR nun anscheinend gestärkt und mit bester Laune aus dem Sommerloch zurück. Die heutige Pressemitteilung zum Vorentscheid 2017 könnte daher nicht hochpathetischer sein:
Fünf Nachwuchs-Sängerinnen und -Sänger, eine Jury mit Lena, Tim Bendzko und Florian Silbereisen, extra für den Eurovision Song Contest geschriebene Songs, die beliebteste Moderatorin Deutschlands, eine große Liveband unter Leitung von Wolfgang Dalheimer ("Heavytones"), das TV-Publikum als Entscheider, ein "europäisches Stimmungsbarometer": Das sind die Zutaten für "Eurovision Song Contest - Unser Song 2017", den deutschen ESC-Vorentscheid.
Damit kehren das Erste und der NDR zum Castingmodus zurück, der 2010 und 2012 Deutschland ganz gute Platzierungen beim Contest beschert hat. Ab sofort können sich junge Künstlerinnen und Künstler darum bewerben, Deutschland im kommenden Jahr beim Eurovision Song Contest 2017 in Kiew zu vertreten.

Bewerbungen können unter unsersong2017.de eingereicht werden. Unter allen Bewerbern wählen Vertreter des NDR und weiterer ARD-Sender, der Produktionsfirma Raab TV sowie musikalische Experten, 30 junge Leute aus, die zu einer zweiten Castingrunde eingeladen werden. Die besten fünf Künstler schaffen es in die Liveshow am 9. Februar um 20.15 Uhr. Die dreistündige Show wird wieder von Barbara Schöneberger live aus Köln moderiert.

In der Show "Unser Song 2017" stellen die Sängerinnen und Sänger dann Titel vor, die national und international erfolgreiche Produzenten speziell für den Eurovision Song Contest 2017 vorgeschlagen haben. Die Auswahl, welche Songs in der Show gesungen werden, trifft ebenfalls die oben genannte Fachrunde.

Die Jury mit Lena, Tim Bendzko und Florian Silbereisen kommentiert die Auftritte live in der Sendung. Ein Stimmrecht besitzen die drei aber nicht. Die Entscheidung liegt allein bei den Zuschauerinnen und Zuschauern in Deutschland.


Ganz neu beim deutschen Vorentscheid: das internationale Publikum wird befragt! Die Show wird live im Internet u.a. auf eurovision.tv gestreamt. Über die offizielle Eurovision-App können Fans in Europa ihre Empfehlung für ihr Lieblingslied aussprechen. In jeder Abstimmungsrunde wird es ein "europäisches Stimmungsbarometer" geben.

"Ich freue mich, dass der NDR erneut die offizielle ESC-App für die nationale deutsche Vorentscheidung verwenden wird. Deutschland ist der größte Fernsehmarkt in Europa und der NDR ist der perfekte Partner für die Weiterentwicklung und Verbesserung der App.", so Jon Ola Sand, Executive Supervisor des Eurovision Song Contest.

Bei "Unser Song 2017" wird es insgesamt vier Televoting-Runden geben, die in ein Superfinale münden. Dort treten zwei Songs gegeneinander an. Es kann sich dabei auch um das identische Lied von zwei verschiedenen Interpreten handeln. Am Ende entscheidet vielleicht die besondere Interpretation des Songs, wie bei Lena und "Satellite". Bisher wird bewusst offengelassen, wie viele maßgeschneiderte Songs in der Liveshow zur Auswahl stehen werden.


Stimmen zu Eurovision Song Contest 2017 - Unser Song 2017:

Lena: "Ich kann nur jedem empfehlen, sich zu bewerben. Es könnte die beste Entscheidung eures Lebens sein und alles verändern."

Tim Bendzko: "Ich saß ja schon einige Male in der deutschen ESC Jury. Damals ging es darum, über die europäischen Acts abzustimmen. Ich freue mich sehr, dieses Mal zusammen mit meinen Kollegen und dem Publikum den besten Song und Künstler zu finden, der uns in der Ukraine vertreten wird!"

Florian Silbereisen: "Es gibt nur eine Show, die überall in Europa zur selben Zeit so viele Menschen bewegt. Ich freue mich sehr, dass ich zum zweiten Mal als Juror beim Song Contest dabei sein darf!"

Thomas Schreiber, ARD-Koordinator Unterhaltung: "Zurück zu den Wurzeln der erfolgreichen Castingshow à la 'Unser Star für Oslo', Konzentration auf wenige starke Songs und Kandidaten an einem langen Fernsehabend, dazu glaubwürdige und überzeugende Jurymitglieder - das ist 'Unser Song 2017'! International haben wir seit 2002 die besten Ergebnisse mit den Siegern aus Castings und eigens für sie produzierten Liedern erzielt - mit Max Mutzke den 8. Platz 2004, den Sieg mit Lena 2010 und den 10. Platz 2011 sowie Roman Lobs 8. Platz 2012. Ich freue mich ungemein, dass uns Lena, Tim Bendzko und Florian Silbereisen in der Show mit ihrer Expertise unterstützen werden."

Freitag, 20. Mai 2016

Eurovision 2016: So stimmte Deutschland ab!


Auch in diesem Jahr haben die deutsche Jury und das Publikum sehr unterschiedlich beim Eurovision Song Contest gevotet. Fast schon traditionell haben die Fachjury und die Televoter unterschiedliche Favoriten. Die 12 Punkte der Zuschauer gingen an Polen und Russland. Favorit der Fachjury war im 2. Semifinale und im Finale der Sänger Hovi Star aus Israel.

Sarah Connor, Anna Loos, Namika sowie Alec Völkel und Sascha Vollmer von The BossHoss bildeten die deutsche Jury beim Eurovision Song Contest 2016. Sie vergaben beim Contest 50 Prozent der deutschen Punkte - sowohl im Finale als auch im zweiten Halbfinale.

Punktevergabe 2. Semifinale (12.05.2016):

Land
Platzierung Fachjury
Punkte Fachjury
Platzierung Televoting
Punkte Telvoting
Israel
1
12
9
2
Georgien
2
10
6
5
Belgien
3
8
5
6
Australien
4
7
2
10
Ukraine
5
6
3
8
Lettland
6
5
8
3
Bulgarien
7
4
4
7
Litauen
8
3
7
4
Weißrussland
9
2
16

Schweiz
10
1
18

Polen
12

1
12
Serbien
17

10
1

Bereits beim 2. Semifinale waren sich Zuschauer und Jury sich nicht einig. Die Televoter gaben den Song aus Polen 12 Punkte. Bei der Jury landete der Song "Color Of Your Life" nur auf Platz 12 des Rankings und ging leer aus. Ähnlich sieht es beim Favoriten der Jury aus. Der Song "Made Of Stars" aus Israel landete beim deutschen Juryranking auf Platz 1 und bekam von der Fachjury 12 Punkte. Beim Televoting konnte Israel nicht überzeugen und landete beim Voting auf dem 12. Platz. Kein Punkt für Israel.

Punktevergabe Finale (14.05.2016):

Land
Platzierung Fachjury
Punkte
Fachjury
Platzierung Televoting
Punkte 
Telvoting
Israel
1
12
18

Schweden
2
10
3
8
Georgien
3
8
14

Ukraine
4
7
5
6
Australien
5
6
6
5
Belgien
6
5
17

Niederlande
7
4
8
3
Italien
8
3
10
1
Lettland
9
2
16

Litauen
10
1
15

Bulgarien
14

7
4
Polen
19

2
10
Russland
18

1
12
Österreich
16

4
7
Armenien
13

9
2

Auch im Finale sind sich Jury und Publikum nicht einig geworden. Publikumslieblinge wie Russland, Polen, Bulgarien und Österreich, bekamen von der deutschen Jury keine Punkte. Allein bei Schweden, Australien und Niederlande waren sich Fachjury und Televoter fast einig und gaben den Ländern eine ähnliche Anzahl an Punkten. Auch die Ukraine, der Sieger des Eurovision Song Contest 2016, schnitt bei beiden Lagern fast gleich gut ab.

Zur Erklärung der Platzierung: Die deutsche Jury trifft ihre Entscheidung bereits während der zweiten Generalprobe, die sie im eigenen Land am Bildschirm verfolgt. Jedes Jurymitglied muss die Beiträge, über die es abstimmen darf, in eine Reihenfolge bringen. Hieraus wird eine Gesamtreihenfolge der Jury (Platz 1 bis 25) ermittelt. Eine Gesamtreihenfolge wird auch beim deutschen Televoting erstellt. Das Land mit den meisten Anrufen landet auf Platz 1. Das Lied mit den wenigsten Anrufen landet im nationalen Ranking auf Platz 25. Die Plätze 1 bis 10 werden sowohl beim Jury- als auch beim Televoting mit eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs, sieben, acht, zehn und zwölf Punkten bewertet. Bei 26 Teilnehmern im Finale minus Deutschland kommt man auf 25 Länder für das deutsche Ranking.

Montag, 16. Mai 2016

Eurovision 2016: Das deutsche Abschneiden im Detail


Am Ende gab es nur 11 Punkte für Jamie-Lee und den Song "Ghost". Damit belegt Deutschland erneut den letzten Platz beim Eurovision Song Contest. Deutschland schnitt in ganz Europa schlecht ab. Punkte gab es nur aus drei Ländern.

Jamie-Lee scheint in der Schweiz und Österreich eine gute Fanbase zu haben. Immer kamen aus der Schweiz acht Punkte vom Televoting. Aus Österreich kamen immerhin noch zwei Punkte von den Zuschauern. Die georgische Jury gab "Ghost" einen Punkt.

Zur Erklärung der Platzierung: Die Jury trifft ihre Entscheidung bereits während der zweiten Generalprobe, die sie im eigenen Land am Bildschirm verfolgt. Jedes Jurymitglied muss die Beiträge, über die es abstimmen darf, in eine Reihenfolge bringen. Hieraus wird eine Gesamtreihenfolge der Jury (Platz 1 bis 26) ermittelt. Eine Gesamtreihenfolge wird auch beim Televoting erstellt. Das Land mit den meisten Anrufen landet auf Platz 1. Das Lied mit den wenigsten Anrufen landet im nationalen Ranking auf Platz 26. Die Plätze 1 bis 10 werden sowohl beim Jury- als auch beim Televoting mit eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs, sieben, acht, zehn und zwölf Punkten bewertet.

Deutschlands Abschneiden in den 41 Eurovisionsländern:

Land
Platzierung Fachjury
Punkte Fachjury
Platzierung Televoting
Punkte
Televoting
Schweiz
15
0
3
8
Österreich
23
0
9
2
Georgien
10
1
13
0
Albanien
18
0
15
0
Armenien
21
0
19
0
Australien
14
0
21
0
Azerbaidschan
23
0
22
0
Belgien
14
0
21
0
Bosnien-Herzegowina
16
0
16
0
Bulgarien
25
0
22
0
Dänemark
23
0
19
0
Estland
25
0
23
0
Finnland
19
0
25
0
Frankreich
16
0
18
0
Griechenland
26
0
24
0
Großbritannien
23
0
21
0
Irland
21
0
20
0
 Island
22
0
23
0
Israel
19
0
22
0
Italien
15
0
21
0
Kroatien
24
0
16
0
Lettland
25
0
18
0
Litauen
12
0
21
0
Malta
22
0
22
0
Mazedonien
24
0
23
0
MoldauMoldau
22
0
18
0
Montenegro
26
0
22
0
Niederlande
19
0
19
0
Norwegen
23
0
19
0
Polen
21
0
21
0
Russland
18
0
21
0
San Marino
23
0
22
0
Schweden
23
0
21
0
Serbien
23
0
23
0
Slowenien
26
0
23
0
Spanien
23
0
17
0
Tschechien
22
0
19
0
Ukraine
24
0
20
0
Ungarn
17
0
13
0
Weißrussland
23
0
20
0
Zypern
20
0
22
0

Wie der ARD-Unterhaltungskoordinator Thomas Schreiber bereits richtig feststellte, ist das Manga-Mädchen aus Deutschland eher auf Unverständnis gestoßen. "Zum ganzen fairen Bild gehört aber auch, dass Jamie Lee unser gesamtes Team sehr beeindruckt hat - so wie sie die große Bühne für sich eroberte, wie sie gesanglich überzeugt und wie sie mit der Presse und dem ganzen Druck vor Ort umgegangen ist: sympathisch und souverän.", so Schreiber weiter.