Freitag, 6. Mai 2016

Stockholm - Die Eurovision Stadt


Der 61. Eurovision Song Contest wird vom 10. bis 14. Mai 2016 in der schwedischen Hauptstadt Stockholm stattfinden. Stockholm ist damit nach 1975 und 2000 zum dritten Mal Gastgeber des Eurovision Song Contest. Grund genug einen Blick aufs Stockholms Eurovisionsgeschichte zu werfen.

Häufigster Austragungsort ist übrigens mit sechs Veranstaltungen die irische Hauptstadt Dublin, gefolgt von London und Luxemburg mit je vier Shows. Danach folgen mit bald drei Ausrichtungen Stockholm und Kopenhagen.

Eurovision Song Contest 1975

Im Jahr 1975 fand der Eurovision Song Contest zum ersten Mal in Stockholm statt und wurde auf dem städtischen Messegelände ausgerichtet. Der 20. Eurovision Song Contest fand am 22. März 1975 statt, nachdem im Jahr zuvor die Band ABBA gewonnen hatte.

Um den Song Contest 1975 in der schwedischen Hauptstadt gab es einiges an Aufregung. Es kam zu umfangreichen Sicherheitsmaßnahmen, da ein Anschlag auf die israelische Delegation befürchtet wurde. Auch die deutsche Teilnehmerin Joy Fleming wurde von Personenschützern vom Flughafen abgeholt, da ein angeblicher Jürgen-Marcus-Fan am Telefon Morddrohungen gegen sie ausgesprochen hatte.

Unter den Eurovisionsländern gab es auch Aufregung. Zum ersten Mal nahm 1975 die Türkei am Contest teil. Griechenland verzichtete aufgrund des Debüts der Türkei daher auf eine Teilnahme. Der Zypernkonflikt war aktuell. Mit 19 Ländern gab es in Stockholm einen neuen Teilnehmerrekord.

Außerdem bekam der Eurovision Song Contest 1975 sein typisches Punktesystem, welches es bis zum Jahr 2015 gab. In jedem Land gab es eine elfköpfige Jury, die zunächst die zehn besten Lieder intern ermittelten. Danach vergaben die einzelnen Jurys 12, 10, 8, 7, 6, 5, 4, 3, 2 Punkte und 1 Punkt an diese zehn besten Lieder.

Am Ende gewann die Gruppe Teach-In, die für die Niederlande mit ihrem Lied "Ding-a-dong" startete. Für Deutschland nahm Joy Fleming mit "Ein Lied kann eine Brücke" sein teil. Sie landete auf dem 17. Platz.


Eurovision Song Contest 2000

Am 13. Mai 2000 war Stockholm zum zweiten Mal Ausrichter des Eurovision Song Contest. Am 45. Song Contest nahmen 24 Länder teil. Die Eurovision 1999 im Jahr zuvor hatte Charlotte Nilsson mit "Take Me to Your Heaven" in Jerusalem gewonnen.

Lettland nahm das erste Mal am Eurovision Song Contest teil. Finnland, Mazedonien, Rumänien und die Schweiz waren nach einem Jahr Zwangspause wieder dabei. Dafür mussten Bosnien-Herzegowina, Slowenien, Polen, Litauen und Portugal eine Zwangspause einlegen. Griechenland, Slowakei und Ungarn verzichteten, aber Russland war wieder dabei. Insgesamt nahmen 24 Länder teil.

Grund der Zwangspausen: Da es immer mehr Anmeldungen für den Contest gegeben hat, musste die Europäische Rundfunkunion (EBU) handeln und führte eine interne Qualifikationsrunde ein. In dieser Runde mussten sich alle Länder, außer der Gastgeber, für den Contest qualifizieren.



In den Niederlanden wurde die Ausstrahlung des Song Contest 2000 wegen einer verheerenden Explosion einer Feuerwerksfabrik in Enschede abgebrochen. Anstelle der ursprünglich vorgesehenen Telefon-Abstimmung trat daher eine Jury.

Am Ende gewann das dänische Duo Olsen Brothers, die mit ihrem Beitrag "Fly on the Wings" angetreten sind. Der deutsche Beitrag "Wadde hadde dudde da?" von Stefan Raab erreichte den fünften Platz.


Eurovision Song Contest 2016

In diesem Jahr ist Stockholm zum dritten Mal Gastgeber des Eurovision Song Contest. Zum zweiten Mal wird die Globe Arena in der schwedischen Hauptstadt zum Austragungsort.

Der Eurovision Song Contest 2016 ist der größte Song Contest, den Schweden je ausrichten durfte. Insgesamt haben sich 42 Nationen für den Musikwettbewerb angemeldet. Die Ukraine wird nach einer einjährigen Abwesenheit wieder teilnehmen. Bosnien-Herzegowina kehrt nach dreijähriger Auszeit zurück, Kroatien und Bulgarien nach einer jeweils zweijährigen Pause. Portugal zieht sich nach 2013 zum zweiten Mal innerhalb von vier Jahren vom Wettbewerb zurück. Rumänien wurde aufgrund von nicht gezahlten Geldern disqualifiziert.

Australien darf zum zweiten Mal in Folge am Song Contest teilnehmen. Diesmal wird es sich aber in einem Semifinale für das Finale qualifizieren müssen. Außerdem wies die EBU darauf hin, dass noch die Entscheidung aussteht, ob Australien als assoziiertes Mitglied mit großer ESC-Fangemeinde fortan dauerhaft teilnehmen darf.


In Stockholm kommt zum ersten Mal eine veränderte Punktevergabe zum Einsatz. In diesem Jahr werden die Punkte der Jurys und der Telefonabstimmung nicht pro Land kombiniert, sondern separat vergeben. Damit vergibt jedes Land zweimal zwölf Punkte, also doppelt so viele wie seit 1975 üblich. Die Vertreter der Länder tragen nacheinander ausschließlich die 12 Punkte des bestplatzierten Songs der Jury vor, die Punkte 1 bis 8 sowie die 10 Punkte werden dabei nur eingeblendet. Nachdem alle Punkte der Jury vergeben wurden, werden alle Punkte aus dem Televoting aller Länder kombiniert. Die Platzierungen 26 bis 11 des Publikumsvotings wird eingeblendet. Die Plätze 10 bis 1 werden von den Moderatoren Måns Zelmerlöw & Petra Mede präsentiert.
Dass wir den Eurovision Song Contest ausrichten dürfen, wird sich auf die Stadt belebend auswirken, wenn so viele Menschen aus Stockholm und der ganzen Welt am schwedischen Musikwunder teilnehmen.
Bürgermeisterin Stockholms Karin Wanngård
Die Globe Arena

Zum zweiten Mal wird die Globe Arena für den Eurovision Song Contest genutzt. Der Ericsson Globe ist eine Veranstaltungshalle im Stockholmer Stadtteil Johanneshov. Der Bau gehört zu dem Gebiet Globen City. Die Arena wird von den Schweden übrigens Globen genannt.


Die Globe City zum Eurovision Song Contest 2016:
Ericsson Globe: Mehrzweckarena wird zur Showarena
Tele2 Arena: Fußballstadion wird zur PublicViewing Arena
Hovet: Mehrzweckhalle wird als Pressezentrum genutzt
Annexet: Trainingshalle wird zum Backstagebereich für die Teilnehmer

Die Globen Arena wurde am 19. Februar 1989 als das größte sphärische Gebäude der Welt eingeweiht. Die Arena hat einen Durchmesser von 110 Meter und eine Höhe von 85 Meter. Das Gebäude hat ein Volumen von 605.000 Kubikmetern. Die maximale Nutzfläche ist 75 × 45 Meter groß und fasst bei Eishockeyspielen 13.850 Zuschauer. Bei Konzerten haben 16.000 Personen Platz.

Seit Februar 2010 ist der Schrägaufzug SkyView in Betrieb. Dort kann man an der Außenhülle in einer von zwei gläsernen Gondeln mit Platz für jeweils 16 Leuten bis auf das Dach hochfahren.

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